Die Umgebung trägt das Parcel über den Druckgradienten, die Schwerkraft zieht seine eigene Masse nach unten.
In einer hydrostatisch geschichteten Umgebung erfüllt der Umgebungsdruck näherungsweise dp/dz = −ρeg. Ein kleines Parcel erfährt denselben Hintergrund-Druckgradienten, trägt aber seine eigene Masse ρp. Aus der Differenz entsteht die Auftriebsbeschleunigung:
Ist ρp kleiner als ρe, ist B positiv; ein dichteres Parcel besitzt negativen Auftrieb. Die Formel beschreibt die unmittelbare Beschleunigung eines idealisierten Parcels und noch nicht die Frage, ob eine vertikale Auslenkung stabil oder instabil ist.
Bei gleichem Druck wird der Dichtevergleich zu einem Vergleich virtueller Temperaturen.
Unter der Parcel-Annahme gilt auf gleicher Höhe näherungsweise pp ≈ pe. Mit ρ = p/(RdTv) folgt daher unmittelbar:
Der gemeinsame Druck kürzt sich aus B heraus. Er ändert weiterhin beide absoluten Dichten, aber nicht den idealisierten Auftrieb, solange Parcel und Umgebung denselben Druck besitzen.
Wasserdampf macht ein Gasgemisch bei gleichem T und p leichter als trockene Luft.
Für ein ideales Gemisch aus trockener Luft und Wasserdampf mit Mischungsverhältnis r gilt exakt:
Da Rv größer als Rd ist, erhöht Wasserdampf Tv. Ein feuchteres Parcel kann deshalb selbst bei gleicher tatsächlicher Temperatur weniger dicht sein als seine Umgebung.
Für kleine Kontraste lässt sich der Auftrieb in einen thermischen und einen Feuchtebeitrag zerlegen.
Die exakte Beziehung bleibt die Tv-Formel. Für kleine Unterschiede um einen Umgebungszustand kann jedoch ln(Tv) linearisiert werden. Mit r in kg/kg trockener Luft ergibt sich:
Für trockene bis mäßig feuchte Luft liegt Cr nahe 0,60. Die Zerlegung ist eine lokale Näherung; bei größeren Temperatur- oder Feuchteunterschieden bleibt die exakte virtuelle Temperatur maßgeblich.
Exakten Auftrieb mit thermischem und Feuchtebeitrag vergleichen.
Das Lab verwendet dieselbe exakte Gasgemisch-Definition wie M4K1 und ergänzt eine lokale linearisierte Zerlegung. Damit wird sichtbar, ob der Parcelauftrieb überwiegend thermisch, überwiegend feuchtebedingt oder aus beiden Beiträgen stammt. Der gemeinsame Druck bleibt als Kontrollgröße erhalten, um seine Kürzung aus B direkt zu testen.
Bei gemeinsamem Druck ändern sich die Dichten, aber nicht der ideale Auftrieb.
Wird p bei festen T- und r-Kontrasten verändert, skalieren ρe und ρp gemeinsam. Ihr Verhältnis bleibt gleich. Der Druck ist deshalb im Lab eine Kontrollvariable: Er zeigt, dass B aus dem relativen Dichtekontrast und nicht aus der absoluten Dichte allein entsteht.
Virtuelle Temperatur aus Wasserdampf allein ist nicht das Ende der Feuchtephysik.
M4K2 behandelt zunächst ein Gasgemisch aus trockener Luft und Wasserdampf. In einer Wolke tragen flüssiges Wasser und Eis zusätzliche Masse, ohne entsprechend zum Gasdruck beizutragen. Für kleine Wasseranteile erscheint deshalb in erweiterten Näherungen ein negativer Kondensatterm, schematisch etwa Tv ≈ T(1 + 0,61qv − ql − qi).
Die M4K2-Labgleichung enthält diese Belastung bewusst noch nicht. Sie wird relevant, sobald gesättigte und kondensierende Parcels in den folgenden Kapiteln behandelt werden.
Vier Abgrenzungen für Auftrieb und virtuelle Temperatur.
Nicht zwingend. Feuchteunterschiede und später auch Kondensatbeladung verändern die Dichte zusätzlich.
Nein. T_v ist eine diagnostische Temperatur, die denselben Dichteeffekt in der trockenen Gasgleichung reproduziert.
Bei gleichem Parcel- und Umgebungsdruck kürzt sich p aus dem idealen Dichteverhältnis heraus.
Nein. B ist ein momentaner Parcelzustand. Statische Stabilität erfordert einen Vergleich nach einer vertikalen Auslenkung — Thema M4K3.
Auftrieb ist ein Dichteproblem, virtuelle Temperatur ist seine kompakte Feuchtekoordinate.
B folgt aus dem Unterschied zwischen Umgebungs-Druckgradient und Parcelgewicht.
Bei p_p ≈ p_e wird B direkt zum Verhältnis virtueller Temperaturen.
Mehr Wasserdampf erhöht T_v und senkt bei gleichem T und p die Dichte.
Kleine Kontraste lassen sich in thermischen und Feuchtebeitrag zerlegen.
Kondensatbeladung und Nichtgleichgewichtsdruck fehlen im einfachen Gasgemischmodell.
M4K3 fragt, wie sich Parcel und Umgebung nach einer vertikalen Auslenkung relativ entwickeln.
Cross-References
Wie verändern sich Parcel und Umgebung bei einer kleinen vertikalen Auslenkung, und wann wirkt der Auftrieb rückstellend oder verstärkend?