Beobachtungen werden erst durch gemeinsame Regeln vergleichbar.
Temperatur, Taupunkt, Druck, Wind und Bewölkung stammen aus unterschiedlichen Messprinzipien. Ein Stationsmodell definiert feste Positionen und Symbole; SYNOP definiert zusätzlich eine textbasierte Codierung. Beides reduziert Darstellungsfreiheit zugunsten schneller Vergleichbarkeit.
Der Stationskreis ist ein kompakter Zustandsvektor auf der Karte.
Typisch stehen Temperatur links oben, Taupunkt links unten und der verkürzte Meeresspiegeldruck rechts oben. Der Stationskreis codiert den Gesamtbewölkungsgrad, während die Windfahne vom Stationspunkt in die Richtung zeigt, aus der der Wind kommt.
Die genaue Symbolik kann je nach Kartenstandard variieren. Deshalb trennt das Kapitel stabile Grundlogik von produktspezifischen Details.
Richtung und Geschwindigkeit werden geometrisch zusammengeführt.
Die meteorologische Windrichtung bezeichnet die Herkunft. Ein Wind aus 270° kommt aus Westen; der Schaft zeigt daher westwärts vom Stationskreis. Im Lehrmodell wird die Geschwindigkeit in Knoten umgerechnet:
Volle Fiedern stehen für 10 kt, halbe für 5 kt, Dreiecke für 50 kt. Das Lab rundet die gezeichnete Fahne auf 5 kt, während die numerische SYNOP-Lehrgruppe ganze Knoten verwendet. Für einen Nordwind verwendet die Lehrgruppe dd=36; dd=00 bleibt im hier verwendeten Lehrfall der Windstille vorbehalten.
Der Kartencode spart Platz — der Kontext rekonstruiert die Tausenderstelle.
Im Stationsmodell werden häufig nur die letzten drei Ziffern des Meeresspiegeldrucks in Zehntel-hPa dargestellt. 1013,2 hPa wird zu 132, 996,4 hPa zu 964. Im üblichen synoptischen Bereich gilt zur Rückübersetzung:
Diese Regel ist kontextabhängig und außerhalb typischer Meeresspiegeldrücke mehrdeutig.
Feste Stellen ersetzen Beschriftungen.
Das Lab erzeugt nur ausgewählte Gruppen: Nddff, 1snTTT, 2snTdTdTd und 4PPPP. Für die Drucktendenz zeigt es 5?ppp: Der Betrag ppp kann aus Δp bestimmt werden, das Charakteristikzeichen a aber nicht aus Anfangs- und Enddruck allein.
Eine Stationsbeobachtung gleichzeitig als Karte und ausgewählte Codegruppen lesen.
Ein Code ist nur mit Einheiten, Zeitbezug und Plausibilitätsregeln eindeutig.
Das Lab begrenzt den Druck auf einen typischen synoptischen Bereich, erzwingt Td≤T und behandelt Windstille separat. Diese Regeln ersetzen keine operationelle Qualitätskontrolle, zeigen aber den Unterschied zwischen syntaktisch gültiger Zahl und meteorologisch plausibler Beobachtung.
FM-12-SYNOP ist umfangreicher als die hier gezeigten Lehrgruppen.
Nicht modelliert werden Stationskennung und Beobachtungszeit, Niederschlagsgruppen, Sichtweite, gegenwärtiges und vergangenes Wetter, Wolkenarten/-höhen, regionale Abschnitte sowie vollständige Kennziffern für Wind- und Tendenzbeobachtung. Das Fragezeichen in 5?ppp ist absichtlich: Der Verlaufscode a benötigt die Druckentwicklung über das Intervall.
Stationsmodell und SYNOP sind zwei Standardisierungen derselben Beobachtung.
Im Stationsmodell trägt die räumliche Position Bedeutung.
Die Fahne zeigt zur Herkunftsrichtung und codiert Geschwindigkeit.
Druckwerte werden für Karte und Telegramm unterschiedlich komprimiert.
SYNOP nutzt feste fünfstellige Felder statt ausgeschriebener Labels.
Einheiten und Zusatzkennziffern sind Teil der Codierung.
Plausibilität ist mehr als syntaktisch korrekter Code.
Cross-References
Wie werden viele punktförmige Beobachtungen zu räumlichen Feldern, Isolinien und synoptischen Analysen?
