H transportiert thermische Energie ohne Phasenwechsel von Wasser.
Für einen aufwärts positiven turbulenten Wärmefluss gilt bodennah näherungsweise
Positive H-Werte bedeuten im verwendeten Oberflächenbudget einen Energiefluss von der Oberfläche in die Atmosphäre. Eine wärmere Oberfläche begünstigt daher typischerweise H>0; bei einer kälteren Oberfläche kann H<0 werden.
LE koppelt den Wasserdampftransport direkt an den Energiehaushalt.
Verdunstung oder Evapotranspiration mit aufwärts gerichtetem Wasserdampftransport liefert LE>0 und entzieht der Oberfläche Energie. Kondensation auf die Oberfläche kann LE<0 erzeugen und setzt dort latent gebundene Energie frei. Die Vorzeichenkonvention stimmt damit mit M7K4 überein.
Für die temperaturabhängige Verdampfungsenthalpie verwenden wir wie M3K9 die Näherung Lv(T)=2,501·106−2,37·103T°C J/kg.
Relative Feuchte allein bestimmt LE nicht — entscheidend ist die Differenz der spezifischen Feuchte.
Die Luftfeuchte wird aus Dampfdruck und Gesamtdruck in die spezifische Feuchte q umgerechnet:
Für die Luft setzen wir ea=RH·es(Ta). Die Oberfläche erhält im Lab eine effektive Feuchteverfügbarkeit fw mit qsfc=fwqsat(Ts). fw=1 beschreibt eine gesättigte Wasseroberfläche; kleinere Werte stehen für begrenzte Wasserverfügbarkeit. Das ist eine kompakte Parametrisierung, keine Boden- oder Pflanzenphysik.
Ein neutrales Bulk-Modell fasst turbulente Transportwirkung in einen Transferkoeffizienten.
Im Lab verwenden H und LE bewusst denselben neutralen Transferkoeffizienten Cx. Reale Austauschkoeffizienten hängen von Rauigkeit, Messhöhe, Stabilität, Vegetation und molekularen Eigenschaften ab. Die Bulk-Gleichungen sind daher eine reduzierte Schließung, keine universelle Identität.
Das Verhältnis H/LE beschreibt die energetische Aufteilung zwischen Erwärmung und Verdunstung.
Bei positivem H und LE bedeutet B<1 einen dominierenden latenten Energiefluss, B>1 einen dominierenden sensiblen Wärmefluss. Ist LE nahe null, wird B singulär und darf nicht als robuste Diagnose interpretiert werden. Bei negativen Flüssen ändert sich die physikalische Bedeutung entsprechend.
Wann dominiert H, wann LE — und wann kehrt sich ein Fluss um?
Das Lab berechnet Luftdichte, spezifische Feuchten, H und LE aus einem neutralen Bulk-Modell. Es variiert Oberflächen- und Lufttemperatur, Luftfeuchte, effektive Oberflächenfeuchte, Wind, Transferkoeffizient und Druck.
Vorzeichen und Verhältnis der Flüsse tragen unterschiedliche Information.
H>0 zeigt sensible Erwärmung der Luft durch die Oberfläche; H<0 einen sensiblen Energiefluss zur Oberfläche. LE>0 steht für Verdunstung beziehungsweise Evapotranspiration, LE<0 im Modell für Kondensation auf die Oberfläche. Das Verdunstungsäquivalent E=LE/Lv kann als kg m−2 s−1 und damit als mm Wasser pro Tag gelesen werden, wenn der Zustand unverändert bliebe.
Bulk-Flüsse sind eine Schließung der turbulenten Austauschphysik, nicht die vollständige Grenzschicht.
Das Lab setzt CH=CE=Cx und ignoriert explizite Stabilitätsfunktionen, Rauigkeitslängen, stomatäre Widerstände, Bodenwassertransport, Vegetationsphysiologie und Strahlungsrückkopplungen. Die Luftdichte wird aus Druck, Lufttemperatur und spezifischer Feuchte diagnostiziert; der Transferkoeffizient bleibt dagegen vorgegeben.
Gerade unter stabiler Schichtung können Austauschkoeffizienten stark sinken. M7K9 behandelt deshalb die stabile Grenzschicht, Nebel und Kaltluftseen als eigenes Regime.
H und LE übersetzen turbulenten Temperatur- und Feuchtetransport in Energieflüsse.
Sensibler Wärmefluss reagiert auf Temperaturkontrast und turbulente Kopplung.
Latenter Wärmefluss koppelt Wasserdampftransport über Lv an Energie.
Für den Bulk-Feuchtegradienten zählt die spezifische Feuchte.
H/LE beschreibt die Partitionierung, solange LE nicht nahe null ist.
Negative Flüsse sind physikalisch möglich und bedeuten Umkehr der Transportrichtung.
Cx fasst unaufgelöste turbulente Austauschphysik zusammen.
Cross-References
Wie verändert stabile Schichtung den turbulenten Austausch und warum sammeln sich Kälte und Feuchte bodennah?
