Deklination und Stundenwinkel legen die Position der Sonne relativ zum lokalen Horizont fest.
Die Sonnenbahn folgt aus Erdachse, Umlaufbahn und Erdrotation. Für ein kompaktes Lehrmodell verwenden wir für den Tag des Jahres n die Näherung
Die lokale Sonnenzeit wird über den Stundenwinkel H abgebildet:
H=0° entspricht lokalem Sonnenmittag. Negative Stundenwinkel liegen vor, positive danach. Zonenzeit und Sonnenzeit sind nicht identisch; Längengrad, Zeitzone und Zeitgleichung werden im Lab bewusst nicht aufgelöst.

Der Projektionsfaktor μ₀ übersetzt Sonnenstand in horizontale Strahlungsgeometrie.
Für geographische Breite φ, Deklination δ und Stundenwinkel H gilt
Ist μ₀>0, steht die Sonne über dem mathematischen Horizont. Dann ist
Ist μ₀≤0, setzen wir die direkte kurzwellige Einstrahlung auf eine horizontale Oberfläche auf null. Atmosphärische Refraktion, Topographie und Abschattung werden dabei nicht berücksichtigt.
Die Tageslänge folgt aus der Horizontbedingung μ₀=0.
Für Sonnenauf- und -untergang ergibt sich
Existiert eine reelle Lösung, ist die astronomische Tageslänge
Bei hohen Breiten kann die Horizontbedingung im Sommer oder Winter keine normale Auf-/Untergangslösung besitzen: Das Modell unterscheidet dann Polartag und Polarnacht.
Auch ohne Atmosphäre variiert die horizontale Einstrahlung mit Sonnenstand und Erde–Sonne-Abstand.
Mit der Solarkonstante S₀=1361 W/m² und einem einfachen jährlichen Distanzfaktor
ergibt sich die extraterrestrische Normalstrahlung I₀=S₀E₀. Auf einer horizontalen Fläche ist
Der Faktor μ₀ ist reine Geometrie. Er beschreibt noch keine Absorption, Streuung, Wolken oder Aerosole.
Wie verändern Breite, Jahreszeit, Sonnenzeit und atmosphärischer Weg K↓?
Das Lab berechnet die Solargeometrie analytisch. Für die direkte Strahlung wird zusätzlich eine relative optische Luftmasse m nach Kasten–Young verwendet. Der Regler τ₁ bezeichnet eine vorgegebene direkte Transmission pro relativer Luftmasse; die diffuse horizontale Komponente Dh wird separat vorgegeben und ausdrücklich nicht aus τ₁ hergeleitet.
Bei tiefem Sonnenstand wird der atmosphärische Weg länger.
Für h>0 verwenden wir die relative optische Luftmasse nach Kasten–Young:
Nahe dem Zenit ist m≈1. Bei tiefem Sonnenstand wächst m deutlich. Das Lab parametrisiert die direkte Normalstrahlung deshalb als
τ₁ ist kein universeller Atmosphärenparameter, sondern eine kompakte Lehrgröße für die direkte Transmission. Aerosole, Wasserdampf, Ozon und Wolken werden nicht einzeln aufgelöst.
Die horizontale Gesamtstrahlung ist die Summe aus direktem und diffusem Anteil.
Aus der direkten Normalstrahlung folgt auf einer horizontalen Fläche
Mit der vorgegebenen diffusen Horizontalstrahlung Dh ergibt sich im Lab bei Tageslicht
Damit entsteht genau die Eingangsgröße, die M7K1 für die Oberflächen-Strahlungsbilanz verwendet. Unter realen Wolken kann Dh einen großen Anteil von K↓ ausmachen; seine Berechnung erfordert ein eigenes Strahlungstransfermodell.
Solargeometrie ist exakt definierbar; der atmosphärische Strahlungstransfer hier bewusst nicht vollständig.
Die Deklinations- und Distanzformeln sind kompakte Jahresnäherungen. Reale Sonnenpositionen hängen zusätzlich von exakter Ephemeride, Zeitgleichung, Längengrad, Zeitzone und atmosphärischer Refraktion ab. Horizonte können durch Gelände oder Gebäude verdeckt werden.
Das Transmissionsmodell enthält weder spektrale Absorption noch Mehrfachstreuung oder Wolkenoptik. Besonders wichtig: Dh wird nicht aus der direkten Extinktion abgeleitet, sondern als unabhängige Eingangsgröße geführt. Dadurch bleibt klar, welche Physik berechnet und welche nur vorgegeben wird.
Kurzwellige Oberflächeneinstrahlung entsteht aus Geometrie plus atmosphärischer Modulation.
Die Jahreszeit verschiebt die Sonnenbahn relativ zum Äquator.
Lokale Sonnenzeit beschreibt die tägliche Rotation relativ zur Sonne.
Der Zenitwinkel projiziert Normalstrahlung auf die horizontale Fläche.
Breite und Deklination bestimmen Auf- und Untergang sowie Polartag/-nacht.
Tiefer Sonnenstand verlängert den atmosphärischen Strahlungsweg.
Direkte und diffuse Kurzwelleneinstrahlung bilden gemeinsam den M7K1-Eingang.
Cross-References
Wie koppeln Stefan–Boltzmann-Gesetz, Emissivität, atmosphärische Gegenstrahlung und Wolken an die langwellige Oberflächenbilanz?